Küstenstadt Kochi

Die Busfahrt von Mysore nach Kochi war eine extrem holprige Angelegenheit, so richtig schlafen konnte man bei dem Geschaukel mit einer Mischung aus scharfen Kurven und Schlaglöchern leider nicht. Den ersten Tag nach der Ankunft haben wir entsprechend ganz entspannt angehen lassen und den fehlenden Schlaf dann in den nächsten Tagen nachgeholt.

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In Kochi lebt ebenfalls ein indischer Freund von Gunther, gemeinsam haben wir einen wunderbaren Tagesausflug ins Hinterland von Kerala erlebt und uns in die kulinarischen Spezialitäten der Region einführen lassen. Wie schon zu Beginn der Reise in Bengaluru haben wir uns von Beginn an total wohl und super herzlich aufgenommen gefühlt! Und genau wie in den Tagen zuvor hat uns Guide Gunther hervorragend mit Informationen versorgt und zu den wichtigsten Highlights geleitet.

Gewohnt haben wir in einer ruhigeren (scheinbar eher wohlhabenden) Gegend etwas abseits vom Trubel und den klassischen Touristenzielen. In direkter Umgebung gibt es eine Vielzahl an gemütlichen Cafés, Restaurants und einen kleinen Supermarkt und die nächste Metro-Station ist auch nicht weit entfernt. Also ziemlich perfekt für einen entspannten Aufenthalt in der großen und stellenweise recht wuseligen Stadt. An einem Morgen haben wir einen Spaziergang in der Umgebung gemacht und einen kleinen netten Weg parallel zur naheliegenden Bahnstrecke entdeckt. Dies scheint wohl auch ein beliebter „Geheimweg“ für die Locals zu sein, um dem Verkehr auf den großen Straßen zu entgehen. Zumindest waren hier erstaunlich viele Menschen unterwegs, auch zu Fuß und mit dem Fahrrad. Natürlich auch mit Motorrädern, da ist in Asien ja bekanntlich kaum ein Weg zu schmal oder steil…! Besonders spannend waren für uns aber die vorbeifahrenden Züge mit offen Fenstern und Türen, die teilweise wirklich unfassbar voll waren. Und tatsächlich werden die Schranken an den Bahnübergängen weiterhin manuell per Hand runter- und hoch- gekurbelt. Achja, und der Verkehr an den Bahnübergängen ist ein kleines Spektakel für sich! Wenn die Schranken geschlossen sind fahren von beiden Seiten auf der gesamten Fahrbahnbreite (also auch in den Gegenverkehr) Motorräder und TukTuks dicht an die Schranke heran und wenn sich diese dann öffnet fahren alle gleichzeitig los. Unvorstellbar, aber irgendwie fügt es sich dann innerhalb von Sekunden, dass alle sich auf der richtigen Spur einordnen und der Verkehr normal und flüssig läuft. Wir durften diese Situation nicht nur von Außen beobachten, sondern auch auf dem Motorrad live miterleben. Ein kurzer verrückter, aber eindrucksvoller Moment.

Learning: Kochi liegt an der Westküste in Südindien (auch Malabarküste) und ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates Kerala, welcher häufig auch als „God´s own country“ bezeichnet wird. Zur Bedeutung und Entstehung dieser Bezeichnung gibt es verschiedene Geschichten und Theorien, einige davon kreativer und sagenumwogen während andere eher auf historische Aspekte zurückgreifen.

Die bekannteste touristische Anlaufstelle ist Fort Kochi mit seinem Hafenbereich und der Altstadt mit sichtbaren Einflüssen der Kolonialzeit Portugals. Zu den Highlights in Fort Kochi gehören zwei sehr alte Kirchen, eine Synagoge und die kleinen Einkaufsstraßen (welche heutzutage auf Touristen ausgelegt sind). Zudem kann man im Hafen das Fischen mit traditionellen chinesischen Fischernetzen beobachten. Fort Kochi liegt auf einer vorgelagerten Halbinsel und ist daher am einfachsten mit dem Boot zu erreichen. Auf dem Hinweg haben wir die lokale Fähre (Jetty) genommen, das war ein schönes Erlebnis! Am Abend sind wir dann mit der Wassermetro zurück gefahren, wobei sich diese spektakulärer anhört als sie tatsächlich ist. Im Endeffekt kein großer Unterschied zur Fähre, nur teurer, klimatisiert anstatt offene Fenster und teilweise werden deutlich längere Strecken auf dem Wasser zurückgelegt. Schneller als die Fähre ist die Wassermetro entgegen unserer Annahme jedoch nicht.

Fahrten durch die Stadt und kleinen Gassen im TukTuk (Autorikscha) haben uns Drei immer gut gefallen, weil man dabei super viel Entdecken kann und in kurzer Zeit einen sehr guten und detaillierten Eindruck von der Stadt und dem Leben der Einheimischen bekommt. Während man aus der Metro, welche auf einer beeindruckenden Konstruktion über den Straße schwebt, einen guten Überblick vom allgemeinen Stadtbild bekommt. Die Backwaters in Kochi sind wirklich einzigartig! Unzählige kleine Flüsse, welche aus dem Meer entspringen und sich durch die Stadt schlängeln, prägen den Eindruck von Kochi. Insgesamt ist die Stadt wirklich sehr grün mit Mangrovenbäumen, einer Vielzahl an Palmen sowie tollen bunten Blüten an diversen Sträuchern und Bäumen. Details zu unseren Erlebnissen mit und in den Backwaters und dem Ausflug ins Natur Reservat folgen im nächsten Blogartikel.

1 Kommentar zu „Küstenstadt Kochi“

  1. Pingback: Backwaters und Co. – Fuchs und Freiheit

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