Erinnerungen an Tam Coc

Seit Anfang Januar 2026 schickt Jens mir fast jeden Morgen eine Nachricht und Fotos mit tollen Geschichten und Erinnerungen die sich gerade jähren. Ein sehr schönes Ritual, das für ein freudiges Grinsen und gute Laune zum Start in den Tag sorgt!

Nun ist der Zeitpunkt der Reise erreicht, an dem wir letztes Jahr nicht mehr hinterhergekommen sind unsere Erlebnisse im Blog festzuhalten. Wir haben gedacht, dass sei eine schöne Gelegenheit die weiteren Erlebnisse jeweils rund um den Jahrestag nachträglich mit euch zu teilen und die Reise nochmal neu aufleben zu lassen. Hauptsächlich machen wir das fürs uns selbst: als lebendiges Tagebuch und schöne Art der gemeinsamen Reflexion und Erinnerung. Bestimmt ist es aber auch für euch spannend zu erfahren, welche Abenteuer und Momente wir noch so erlebt haben. Und los geht´s!

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Tag 96 bis 100 – Für die Tage in Tam Coc, einem kleinen touristischen Ort in der Provinz Ninh Binh, haben wir uns fünf Nächte eine gemütliche Unterkunft abseits vom Trubel rausgesucht. Das gemütliche Gästehaus mit idyllischer Gartenterrasse und einem kleinen Pool lag mitten in den Reisfeldern, umgeben von malerischen Bergketten. Das Zentrum von Tam Coc sowie Restaurants und Supermärkte waren in ca. 25 Minuten zu Fuß oder schnell mit dem Fahrrad zu erreichen. Hier wollten wir also ein paar Tage die Seele baumeln lassen und neue Energie für die nächsten Etappen sammeln. Ihr erinnert euch vielleicht an letzten Blogbeitrag zur Reisemüdigkeit… Ein paar Aktionen und einige der Sehenswürdigkeiten anschauen gehörte aber natürlich trotzdem auch zum Programm dazu. Ebenso wie die umliegende tolle Landschaft zu erkunden.

Learning: Die Provinz Ninh Binh wird in vielen Reiseführern auch als „die trockene Halong-Bucht“ bezeichnet, aufgrund des besonderen Landschaftsbilds und in Anlehnung an Ähnlichkeiten zur berühmten Halong-Bucht in Nordvietnam.

  • Zentrum von Tam Coc: Der kleiner See in der Mitte ist das Herzstück des kleinen Ortes und an der Promenade herrscht abends eine entspannte Atmosphäre, vor allem die Cafés und Restaurants waren sehr gemütlich. Ansonsten ist Tam Coc durchaus sehr voll und touristisch, insbesondere im Abend wenn alle von ihren Tagestouren zurückkehren. Es gibt unzählige Möglichkeiten, um in geselligen Bars und Kneipen zu versacken. Einige davon sind absolut auf Backpacker ausgelegt mit Livemusik, Karaoke oder Quiz-Abenden, Sofaecke und westlichen Gerichten auf der Speisekarten.
  • Spaziergänge am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang durch die umliegende Reisfelder am Gästehaus
  • Mua Viewpoint: Ein schöner Ausblick von der Spitze, aber auch ingesamt ein cooler Ort mit einer sehr liebevoll gestaltete Anlage rund um den Aussichtspunkt. Für unseren Geschmack jedoch leider mal wieder viel zu voll. Wenn man in der Schlange anstehen muss, um vom besten Spot gehetzt ein Foto machen zu können, dann haben wir oft schon keine Lust mehr. Der Drachenkopf als Highlight auf der Spitze ist wirklich verrückt, aber schon einer sehr coole Idee! Nur tatsächlich auch durchaus gefährlich und sehr rutschig dort entlang zu klettern. Die kleine Fahrradtour (Hin- und Rückweg) durch Reisfelder und teilweise am Fluss entlang hat richtig Spaß gemacht, und der Fahrtwind hat für einen erfrischenden Luftzug bei extrem heißen Temperaturen gesorgt.
  • Motorradausflug & Bootstour: Anstatt eine der beiden berühmten und vollkommen überlaufenen Bootstouren durch die „trockene Halong-Bucht“ zu machen, haben wir uns eine ruhigere Alternative rausgesucht. Natürlich sind solche Orte immer etwas weiter vom Zentrum und den klassischen Touristenrouten entfernt. Da wir an unserer Unterkunft ein Motorrad leihen konnten, für uns aber natürlich kein Problem. Für besondere Abenteuer und tolle Momente haben wir in den letzten Wochen und Monaten schon häufiger Mehraufwand in Kauf genommen. Und nahezu jedes Mal hat es sich gelohnt. So sollte es auch dieses Mal sein! Auf dem Weg sind wir an den Einstiegsstellen für die beiden Bootstouren vorbeigefahren, es war war jeweils unfassbar voll und man hat gefühlt den Fluss vor lauter kleinen Booten und leuchtenden Schwimmwesten nicht mehr gesehen. An unserem Zielort angekommen wurden wir von einer herzlichen Familie begrüßt, die uns erstmal mit frischem Obst versorgt hat. Unsere Ruderfrau sprach leider kein Englisch, die Kommunikation hat trotzdem einwandfrei funktioniert. Nach der ersten Kurve durften wir die dicken warmen Schwimmwesten ausziehen (am Steg gibt es vorher Kontrollen der Schwimmwesten). Kurz darauf hat sie uns überrascht und plötzlich angefangen mit den Füßen die Ruder zu bedienen. Das schien wohl eine beliebte Technik bei vielen der Bootsführer:innen (sehr viele Frauen) zu sein, um die Arme, Hände und den Rücken zwischendurch zu entlasten. Nach einer Weile hat unsere Steuerfrau durch freundliche Gesten darum gebeten, dass wir sie beim Paddeln unterstützen. Na klar, selbstverständlich! Damit mussten wir jedoch rechtzeitig vor Ende der Tour und bevor wir zurück in Sichtweite der Anlegestellen waren aufhören und die zusätzlichen Paddel im Boot verstauen. Ebenso galt es die Schwimmwesten wieder anzuziehen. Ohne es genau zu wissen haben wir ihr daher vorsichtshalber auch noch vor Ankunft am Steg Trinkgeld in die Hand gedrückt mit der Befürchtung, dass sie davon ansonsten nichts abbekommen würde und das Geld bei den Männern am Steg verbleiben würde. Die Begegnung mit der Ruderfrau war wahrscheinlich das spektakulärste an der Tour, die Strecke und Landschaft waren auf jeden Fall schön, aber nicht super beeindruckend. Was die reine landschaftliche Perspektive angeht, wären die beiden andern Optionen möglicherweise schöner gewesen, jedoch komplett überfüllt. Zudem sind die Boote dort größer oder enger, zumindest wären wir dort immer mit 4-6 Personen in einem Ruderboot gewesen. Nach dem kleinen ersten Abenteuer des Tages wollten wir eine kleine Kaffeepause einlegen. Also sind wir aufs Motorrad gestiegen und einfach mal losgefahren in der Hoffnung was schönes zu finden. Und wow, wir haben ein paradiesisches Café in absoluter Traumlocation entdeckt! Schmale Holzstege von der Straße aus zu kleinen Terrassen mitten in strahlend grünen Reisfeldern mit gemütlichen Sitzpolstern und winzigen Tischen. Einfach nur ein wunderbarer Ort, an dem wir durchaus noch mehr Zeit hätten verbringen können. Im Nachmittag haben wir uns dann über kleine holprige Pfade und Strecken abseits der großen Straßen unseren Weg zu einem bekannten Tempel gebahnt. Dieser hatte an diesem Tag aber leider geschlossen. Dennoch am Ende ein wirklich toller Tagesausflug!
  • Besuch in der Apotheke: Im wunderschönen Garten unserer Unterkunft wurde Ina beim Frühstück leider von einer Biene gestochen. Bei den heißen Temperaturen sind Hand und Handgelenk, rund um die Einstichstelle leider stark angeschwollen. Ein paar Tage lang, fiel daher alles ein bisschen schwieriger und wir mussten unterwegs ständig nach eine Plastiktüte mit Eiswürfeln zum Kühlen fragen. In der Apotheke wurden wir wirklich ausgezeichnet auf Englisch beraten und haben eine perfekt schmerzlindernde Salbe bekommen.

1 Kommentar zu „Erinnerungen an Tam Coc“

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