Das Wahrzeichen von Hue
Tag 95 – Die ehemalige Kaiser- und somit Hauptstadt der Nguyễn-Dynastie zieht viele Touristen und Reisende nach Huế. Insbesondere die alte Zitadelle, das Herzstück der Kaiserstadt, sowie die Grabstätten sind von besonderer Bedeutung. Wir haben uns jedoch nur die Zitadelle angeschaut und die etwas weiter entfernten Grabstätten ausgelassen.
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Wie der Name schon vermuten lässt handelt es sich bei der kaiserlichen oder verbotenen Stadt (= Zitadelle) um viel mehr als nur einen einzigen Palast oder Residenz. Der von hohen Mauern abgeschirmte Bereich ist riesig und beinhaltet mehrere Gebäude und Segmente: z.B.: Thronsaal, Bibliothek, Wohnbereich für Familienmitglieder, Theater und Gärten mit Pavillons und Teichen.
Nachdem wir in den letzten Monaten schon viele imposante Orte mit wichtiger historischer Bedeutung gesehen und uns stets (intensiv) mit der Geschichte und Hintergrund beschäftigt haben, wollten wir dieses Mal ohne Guide und gründlichen Vor-Recherche, nur basierend auf den Informationen aus dem Reiseführer und Internet losziehen. Es hätte bestimmt wieder viele spannende Dinge und kleine Puzzlestücke gegeben, die wir ohne Tourguide verpasst haben. Rückblickend haben wir damit genau die richtige Entscheidung getroffen. So konnten wir uns ganz entspannt und ohne Zeitdruck unseren eigenen Weg durch die Kaiserstadt bahnen, Touristenmassen ausweichen und an dem ein oder anderen schönen Ort (Bonsai-Baum Garten, richtig toll!) auch einfach eine Weile verharren und die Atmosphäre wirken lassen.
Insgesamt ist die Kaiserstadt auf jeden Fall sehenswert, mit einigen sehr schönen Torbögen, Garten- und Teichanlagen, Ruinen und gut restaurierten Gebäuden. So richtig in seinen Bann ziehen konnte uns die verbotene Stadt an diesem Tag jedoch nicht. Um ehrlich zu sein hatten wir vielleicht auch mehr erwartet und waren anfangs im vorderen Teil des Zitadelle ein bisschen enttäuscht. Zugegebenermaßen haben wir auf unserer bisherigen Reise und in sehr kurzer Zeit auch einfach schon sehr viele prächtige Tempelanlagen und spannende, geschichtsträchtige Orte gesehen. Entsprechend ist es vermutlich nicht verwunderlich, dass unsere Euphorie und der Zauber dieses besonderen Ortes in in diesem Moment dann mal weniger stark ausgefallen sind.
Rückblickend haben uns persönlich sowohl das bekannte, mächtige Eingangstor als auch der Thronsaal und ein scheinbar sehr bedeutsamer Tempelkomplex nur bedingt gut gefallen. Im Gegensatz dazu fanden wir die Seitenbereiche und kleinen, unscheinbaren Elemente wie die zahlreichen Torbögen und Ecktürme mit detaillierten Verzierungen, den Garten sowie Wohnkomplex der Familienmitglieder deutlich schöner – und irgendwie auch viel authentischer. Insbesondere der Garten ist eine wunderbare Ruheoase! Für uns der perfekte Ort und Moment für eine kurze Pause und Erholung von den Menschenmassen und lautem, stressigen Verkehr sowie vielfältigen Eindrücke der letzten Tage. Ein kleines Café, welches sich in einem Pavillon in der Mitte eines ehemaligen Seerosen-Teich befindet, war ebenfalls sehr zum Wohlfühlen, hervorragend um für ein paar Minuten der brennenden Sonne zu entfliehen und einen leckeren vietnamesischen Eiskaffee zu schlürfen.
Ein ganz anderer Baustil als die buddhistischen Tempel und der Königspalast in Thailand oder die Khmer-Tempel in Angkor. Jedoch auch hier wieder mit unzähligen kleinen Details und teilweise sehr aufwendigen Verzierungen (z.B.: buntes Porzellan). Besonders auffallend sind die imposanten Drachenköpfe sowie eine Vielzahl an weiteren abgebildeten Tieren.


