Backwaters und Co.

Die Backwaters in Kochi sind wirklich bemerkenswert und bilden ein ganz besonderes Landschaftsbild! Für alle, die sich unter diesem Begriff nichts vorstellen können, die Backwaters sind ein verzweigtes Netz aus Lagunen, Flüssen und kleinen Kanälen, welche sich hinter der Küste weit ins Landesinnere ziehen. Ein spannendes Ökosystem das insbesondere von Mangroven geprägt ist. Die Backwaters mit tropischer Vegetation sind ein wichtiger Lebensraum für diverse Tiere und auch für die dort lebenden Menschen (z.B.: Fischfang, landwirtschaftliche Nutzung). Wachsende Bevölkerungszahlen, Ausbau des Stadtgebiets, Müll (privat und industriell) und wahrscheinlich auch Tourismus gelten als negative Einflussfaktoren hinsichtlich der Bewahrung von diesem besonderen Ökosystem. In unserer Wahrnehmung waren die größeren Flüsse und Lagunen sehr sauber. Aber leider gibt es auch Stellen, die den Einheimischen als Mülldeponie dienen. Insbesondere die winzigen Kanäle mitten im Stadtgebiet fallen hierbei negativ auf. Persönlich haben wir die Backwaters als eine wirklich wundervolle Landschaft mit sehr besonderer Atmosphäre erlebt!

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Es gibt viele Möglichkeiten die Backwaters zu erleben. Wir haben uns gegen die klassischen Touristentouren entschieden und versucht die Backwaters etwas mehr auf unsere eigene Art und Weise zu entdecken. Und so haben wir also an einem Tag eine 3-stündige private Bootstour in Richtung Norden gemacht – mit dem ausdrücklichen Wunsch durch die kleinen Flussarme und Mangrovengebiete zu fahren. Einige Tage später haben wir dann noch eine richtig tolle Kajaktour südlich von Kochi gemacht. Beide Aktionen haben wir nicht im Voraus geplant, sondern sind jeweils einfach zur Anlegestelle gefahren, haben spontan gebucht und damit scheinbar zweimal einen Glücksgriff gelandet.

Mit dem Boot sind wir am lebendigen Pier im Zentrum von Kochi gestartet. Zuerst mussten wir also das Stadtgebiet hinter uns lassen, um in die ruhigen Kanäle und Lagunen zu gelangen. Während zu Beginn einen verrückte Kombination aus Meer, Palmen und gigantischen Hochhäusern das Bild geprägt haben, standen später Fischernetze, Muschel-Taucher und das Leben der Einheimischen in den Backwaters im Fokus. Wir sind immer mal wieder an kleinen Häusern vorbeigefahren, in denen die Menschen in Abgeschiedenheit leben. Ein Boot oder Kanu als Verkehrsmittel ist hier unerlässlich. Spannend war auch zu beobachten, dass es in unmittelbarer Nähe der Häuser immer Obstbäume, Kokospalmen, Fischernetze und Co. zur möglichen Selbstversorgung gab. Der Bootsführer war sehr freundlich und hat uns immer wieder versucht in seinem besten Englisch einige Dinge zu erklären. Und zwischenzeitlich durfte Kapitän Gunther das Steuer übernehmen. Kurz vor Ende stand dann noch eine obligatorische Pause in einem der Restaurants am Ufer an. Die Bootstour hat uns insgesamt einen wunderbaren ersten Einblick in die Backwaters gegeben.

Die Kajaktour war dann nochmal ein ganz besonderes Erlebnis! Mit unserem Guide Afsal sind wir ganz dicht an und durch die Mangroven gepaddelt. Häufig waren wir ganz alleine in den kleinen Lagunen und durften die Backwaters und dort lebenden Tiere (Seeadler, Fischreiher, andere Vögel, gigantische Fledermäuse) ungestört bewundern. An einer Stelle sind wir dann auf eine Gruppe Einheimischer getroffen, die anlässlich des Geburtstages von einem im Freundeskreis, eine Bootstour gemacht haben und richtig gute Laune hatten. Was dazu geführt hat, dass wir unter Lachen und amüsierten Blicken eingeladen wurden mit ihnen einen regionalen Kokos-Schnaps (Dori) zu trinken. Einen kleinen Schluck haben wir dann natürlich auch probiert. Im Laufe der Kajaktour haben wir die Gruppe noch mehrfach wiedergetroffen und immer haben alle auf dem Boot freudig gewunken. An einer Stelle haben sie uns dann nochmal zu sich gewunken und was dann passiert ist war ein Highlight für sich! Das Geburtstagskind ist mit geschickter Klettertechnik super schnell eine Palme hochgeklettert und hat frische Kokosnüsse geerntet. Diese wurden dann noch für uns geschält und geöffnet. Eine sooo frische Kokosnuss bekommt man wohl wirklich nur sehr selten. Kurz vor Ende der Tour gab es dann noch eine weitere kleine Stärkung. Mitten in den Backwaters haben wir in der Nähe von einem kleinen Haus am Ufer gehalten und wurden von einer älteren Dame mit Tee und einem Snack versorgt. Wow, dieser Tee war fantastisch! Und die noch warme super süße frittierte Banane (Spezialität in Kerala) war ebenfalls unglaublich gut. Im Sonnenuntergang sind wir dann zurück zur Anlegestelle gepaddelt – ein perfekter Abschluss für dieses kleine Abenteuer.

Der gemeinsame Tagesausflug ins Hinterland von Kerala führte uns zu einer Elefanten-Auffangstation am Rande eines Natur-Reservates. Das Elefanten großartige Tiere sind und wir eine echte Begeisterung für diese haben, ist nach dem wunderbaren Erlebnis in Thailand 2025 wohl kein Geheimnis mehr. Zuerst sind wir ein bisschen durch die Anlage gelaufen und haben danach sehr viel Zeit am Fluss verbracht, um zu beobachten wie die Elefanten mit ihren Mahuts baden. Dabei kann man auch aus der Ferne wirklich schön die Freude der Elefanten über die Erfrischung und das Spielen im Wasser spüren. Das Einzige was uns gewundert und etwas nachdenklich gemacht hat ist der Aspekt, dass die Elefanten hier (anders als in Thailand) nicht frei und selbstbestimmt herumlaufen können, sondern mit den Hinterbeinen angekettet sind. Das ist uns schon direkt zu Beginn im Waldgelände und bei den Sheltern aufgefallen. Sehr schade, dass die Elefanten dann tatsächlich auch beim Baden mit Ketten ans Ufer gebunden wurden. Warum das so ist konnten wir an dieser Stelle leider nicht herausfinden. Insgesamt war es dennoch wieder eine tolle Begegnung mit den majestätischen sanften Riesen des Dschungels. Zum Abschluss des Tages haben wir uns dann an einer schönen Badestelle am nahegelegenen Fluss selbst noch erfrischt.

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