Klassischer Tagesablauf auf Reise?!
Alltag – gibt es das überhaupt auf Reise? Wie sehen (neue) Routinen, Tagesabläufe und feste Bestandteile im Alltag am anderen Ende der Welt aus? Absolute Freiheit oder fehlende Strukturen? Was passiert vor, zwischen und nach den vielen Abenteuern, die wir in unserem Reiseblog beschreiben? Welche weiteren Gedanken und Dinge beschäftigen uns während unserer Reise? Viele Fragen mit unterschiedlichen Facetten, daher ist es auch nicht ganz einfach eine passende Antwort zu finden.
Es ist wunderbar jeden einzelnen Tag aufs Neue frei von Verpflichtungen und nur nach den eignen Wünschen zu gestalten! Vermutlich ein Traum, den sich viele Menschen wünschen. Insbesondere wenn man sich im stressigen Alltag mit festen Strukturen und eingespielten Routinen gefangen fühlt. Dennoch gibt es natürlich auch auf Weltreise einige Aspekte und Elemente, die zu jedem Tag oder zumindest sehr regelmäßig dazu gehören und sich wiederholen. Es gibt also auch eine Art Alltag am anderen Ende, dieser sieht nur entsprechend ganz anders aus als Zuhause. Im Prinzip könnte man zwischen vier verschiedenen Arten von Tagen – (1) Entdeckungstour und Abenteuer (2) Reisetag (3) Arbeits- und Planungszeit (4) Erholung und Pausetag – und entsprechenden Routinen bzw. klassischen Tagesabläufen unterscheiden. Vermutlich relativ selbsterklärend, daher halten wir es kurz und stellen euch einfach die Gesamtheit der neuen Routinen und festen Bestandteile des täglichen Lebens auf Reise vor.
Der Morgen / Start in den Tag:
- Frühstück organisieren (insbesondere wenn nicht in der Unterkunft vorhanden), um gestärkt in einen neuen spannenden Tag zu starten
- ggf. mitten in der Nacht/früh am Morgen aufstehen und zu einen Aussichtspunkt wandern zum Sonnenaufgang schauen
- Zeitplan abstimmen und Tagesrucksack für Erkundungstour packen: Wie viel Kamera Equipment? Lange Klamotten für einen Tempel? Roller ausleihen, Grab fahren oder laufen?
- Sonnencreme nicht vergessen!
- ggf. Wäsche zusammensuchen und rechtzeitig bei einem Laundry Service abgeben, damit man es am Abend oder nächsten Tag wieder abholen kann
- ggf. Rucksack packen für die Weiterreise
Im Laufe des Tages:
- Im Laufe des Tages mehrfach (mind. 2x bis zu 5x) einen Supermarkt oder keinen Laden aufsuchen, um Wasser und andere Erfrischungsgetränke zu kaufen
- Nach Ankunft an einem neuen Ort: Erkundungstour/Spaziergang in der Umgebung
- Gemütliche Cafés besuchen und einen leckeren Kaffee genießen
- Abenteuer erleben! – Sehenswürdigkeiten abklappern, Tagestouren in die Tat umsetzen, in die Kultur eintauchen
- Spannende Begegnungen mit den Einheimischen (und anderen Reisenden), ständige Kommunikation auf Englisch oder auch schonmal mit Händen und Füßen bzw. heutzutage einfach mit Apps für Sprach- und Textübersetzung
- ggf. einfach vom Rhythmus des winzigen Ortes, der Stadt oder entspannten Insel treiben lassen und schauen was passiert oder sich spontan ergibt
- Weiterreise planen: Nächste Ziele? Optionen vergleichen und abwägen, Unterkünfte raussuchen und buchen, Bus- oder Zugfahrpläne prüfen und Tickets organisieren
- Geldautomaten suchen, an dem wir mit unserer Karte kostenlos Bargeld abheben können (in Südostasien wird überwiegend in Bar gezahlt und die Bankautomaten haben eine limitierte Summe für Abhebungen, die oftmals nur für 1-2 Tage reicht)
Abendprogramm:
- Im Restaurant oder am Streetfood-Stand Abendessen
- Nachtmärkte, Kirmes oder nette Bars auskundschaften, Spaziergang an beleuchteten Promenaden
- Mückenspray nicht vergessen!
- ggf. schönen Ort suchen, um den Sonnenuntergang zu genießen
- Planung für den nächsten Tag: im Reiseführer stöbern, Reiseblogs im Internet lesen, Informationen zu den Städten und Sehenswürdigkeiten recherchieren
- Fotos selektieren, Blogbeiträge schreiben und Nachrichten an Zuhause schicken
- ggf. Rucksack packen für die Weiterreise am nächsten Tag
- Dusche, um die Mischung aus Sonnencreme, Schweiß und Mückenspray abzuwaschen
- Eindrücke verarbeiten, Lesen, Serie schauen, erschöpft ins Bett fallen
Natürlich wollen wir uns keinesfalls Beschweren und sind jeden Tag dankbar auf Abenteuerreise sein zu dürfen! Dennoch kann der Alltag mit täglichen „Verpflichtungen“, Routinen und vor allem sehr vielen Eindrücken am anderen Ende der Welt auf lange Dauer manchmal genauso anstrengend (und teilweise auch nervig) sein, wie die alltäglichen Pflichten zu Hause.
Absolute Freiheit vs. Fehlende Routinen
In den letzten Wochen haben wir festgestellt, dass uns durchaus aber auch einige Routinen und Bestandteile eines strukturierten Tagesablaufes zu Hause fehlen bzw. es uns nicht wirklich gelingt diese in den neuen Alltag auf Reise einzubauen – insbesondere regelmäßiger Sport. In Aachen hatten wir feste Zeitslots in der Woche und waren teilweise mit Freunden zum Sport verabredet. Theoretisch könnten wir natürlich auch hier Fitnessstudio-Besuche oder sonstige Sporteinheiten in den Tagesablauf einplanen. In der Realität sieht das jedoch anders aus und ist nicht unbedingt immer so einfach. Zum einen müssen wir uns alle paar Tage neu orientieren, entsprechend muss man sich jedes Mal aufs neue informieren (z.B. Lage und Entfernung Fitnessstudio) und die Rahmenbedingungen (z.B.: absolut unregelmäßiger Schlaf- und Tagesrhythmus aufgrund der vielen Aktionen oder Nachtfahrten) sind immer ein bisschen anders. Hürden, die auf jeden Fall zu überwinden wären, aber dennoch vor einem stehen und uns dann leider doch oftmals davon abgehalten haben. Zum anderen planen wir uns zwar oft Zeit für Dinge wie Sport, Blog schreiben, Lesen, Arbeiten, etc. ein… jedoch passieren auf Abenteuerreise oftmals unerwartete Situationen. Mit dem Luxus flexibel reagieren zu können entstehen spontan komplett neue Pläne für den restlichen Tag. Dann haben andere Dinge, die man theoretisch jeden Tag machen könnte, plötzlich keine Priorität mehr. Absolute Freiheit! Sport müssen wir dann wohl wieder machen, wenn wir im Sommer zurück nach Deutschland reisen. Andererseits ist unser Pensum an täglicher Bewegung und Schritten hier natürlich unfassbar viel höher als im Arbeitsalltag zu Hause, also eine gute Ausrede 😉
Weitere Gedanken und Dinge, die uns (alltäglich) beschäftigen
- Dilemma (Massen-) Tourismus: Vorteile vs. Kehrseiten (siehe auch unseren Blogbeitrag dazu)
- Müll & Verschmutzung: leider unfassbar viel Müll am Wegrand und in den wundervollen Naturgebieten, wirklich kein schöner Anblick. Müllverbrennung findet oft einfach vor dem eigenen Haus oder im Wald statt.
- Nachhaltigkeit auf Reisen: Transportmittel, Unmengen an Plastiktüten für alles und insbesondere bei jedem kleinen Einkauf, Verbrauch an Wasserflaschen (Leitungswasser nicht zum Trinken), leider häufig nur Einwegteller und Plastikbesteck zum Wegwerfen an Streetfood Ständen
- Immer auf der Suche nach einzigartigen Fotospots und Abenteuern!
- Offene Frage im Raum: Wie soll es denn eigentlich nach der Reise für uns weitergehen?
- Mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, Textnachrichten, Telefonate – Mitverfolgen was Zuhause am anderen Ende der Welt passiert, z.B.: Hochzeiten, Uni-Abschlüsse, Jobwechsel, Umzug oder allgemein Beginn neuer Lebensabschnitte

So gut zusammengefasst 👍
Dankeschön 🙏